FDM 3D-Druck verstehen

Fused Deposition Modeling (FDM) ist die am häufigsten verwendete 3D-Druck-Technologie. Erfahren Sie alles über Verfahren, Materialien und praktische Anwendungen.

Verfahren & Grundlagen

FDM funktioniert durch das schichtweise Auftragen von geschmolzenem Kunststoff. Ein beheizter Druckkopf (Extruder) schmilzt das Filament und trägt es Punkt für Punkt auf die Druckplatte auf. Jede Schicht wird vollständig gedruckt, bevor die nächste beginnt.

Der Prozess beginnt mit einer 3D-Datei (meist STL oder 3MF), die in druckbare Schichten geschnitten wird. Ein Slicer-Programm generiert den G-Code, der dem Drucker die genauen Bewegungen und Temperaturen vorgibt.

Materialien & Eigenschaften

PLA (Polylactide)

  • • Biologisch abbaubar
  • • Einfach zu drucken
  • • Gute Oberflächenqualität
  • • Begrenzte Temperaturbeständigkeit

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol)

  • • Höhere Temperaturbeständigkeit
  • • Gute mechanische Eigenschaften
  • • Benötigt beheizte Druckplatte
  • • Kann Verzug zeigen

PETG (Polyethylenterephthalat)

  • • Gute chemische Beständigkeit
  • • Transparente Ausführung möglich
  • • Einfacher zu drucken als ABS
  • • Gute Schlagfestigkeit

TPU (Thermoplastisches Polyurethan)

  • • Flexibel und dehnbar
  • • Gute Verschleißfestigkeit
  • • Herausfordernd zu drucken
  • • Ideal für Dichtungen

Toleranzen & Oberflächen

Toleranzen: Typische FDM-Toleranzen liegen bei ±0,1-0,3mm, abhängig von der Druckqualität und den gewählten Parametern. Für funktionale Teile empfehlen wir eine Mindestwandstärke von 1,2mm.

Oberflächen: FDM-Oberflächen zeigen charakteristische Schichtlinien. Die Rauheit hängt von der Schichthöhe ab (0,1-0,3mm üblich). Nachbearbeitung durch Schleifen, Füllen oder Lackieren ist möglich.

Tipp: Für bessere Oberflächenqualität wählen Sie eine kleinere Schichthöhe (0,1-0,15mm) und aktivieren Sie "Ironing" im Slicer.

Praktische Anwendungsfälle

Prototyping

Schnelle Herstellung von Prototypen für Designvalidierung, Funktionsprüfung und Kundenpräsentationen.

  • • Designiterationen
  • • Funktionsmuster
  • • Präsentationsmodelle

Halterungen & Vorrichtungen

Maßgeschneiderte Werkzeuge und Halterungen für Produktion, Montage und Qualitätskontrolle.

  • • Montagehilfen
  • • Prüfvorrichtungen
  • • Werkzeughalter

Ersatzteile

Kostengünstige Herstellung von Ersatzteilen für Maschinen, Geräte und Anlagen.

  • • Verschleißteile
  • • Kleinteile
  • • Prototypenersatzteile

Kleinserien

Wirtschaftliche Fertigung kleiner Stückzahlen für Markteinführung und Kundenanforderungen.

  • • Markttests
  • • Kundenmuster
  • • Kleine Produktionsläufe

Datei-Tipps & Best Practices

Unterstützte Formate

Wir akzeptieren folgende 3D-Dateiformate:

  • STL: Standardformat, gut für einfache Geometrien
  • 3MF: Modernes Format mit Metadaten, empfohlen
  • STEP/IGES: CAD-Formate, werden konvertiert
  • OBJ: Weit verbreitet, gut unterstützt

Optimale Einstellungen

Wandstärke

Mindestens 1,2mm für stabile Teile

Infill

15-25% für Prototypen, 50-80% für funktionale Teile

Schichthöhe

0,2mm Standard, 0,1mm für bessere Oberfläche

Stützstrukturen

Bei Überhängen >45° erforderlich

Design-Richtlinien

  • • Vermeiden Sie scharfe Kanten und Ecken (mindestens 0,5mm Radius)
  • • Planen Sie Entlüftungslöcher für Hohlräume ein
  • • Berücksichtigen Sie die Druckrichtung für optimale Festigkeit
  • • Verwenden Sie Fasen statt scharfe Übergänge
  • • Planen Sie Toleranzen für Passungen ein (0,2-0,5mm)

Bereit für Ihr FDM-Projekt?

Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Beratung zu Ihren spezifischen Anforderungen und ein unverbindliches Angebot.

Anfrage stellen