Was den Preis eines 3D-Drucks bestimmt.
Volumen, Material, Auflösung, Stützstrukturen: Sechs Faktoren entscheiden, was ein Bauteil kostet. An fünf davon lässt sich beim Konstruieren drehen.

Was kostet das? Keine Frage hören wir öfter, und keine lässt sich ohne Datei schlechter beantworten. Zwei Teile gleicher Größe können sich im Preis um ein Vielfaches unterscheiden. Woran das liegt, zeigt ein Blick auf die einzelnen Faktoren.
Volumen und Füllgrad
Der größte Posten ist das Material, das im Teil steckt. Es hängt aber nicht nur an der Außengröße. Ein FDM-Teil ist innen selten massiv: Eine Gitterstruktur trägt die Wände, und wie dicht sie ist, bestimmt Materialmenge und Druckzeit.
Im Preisrechner wählen Sie die Füllung in drei Stufen. Leicht reicht für Anschauungsmodelle, Stabil passt für übliche Funktionsteile, Massiv ist für Teile unter hoher Last. Der Unterschied ist spürbar, und er lohnt sich nur dort, wo die Last es verlangt.
Material und Schichthöhe
Auch der Werkstoff selbst schlägt zu Buche. PLA und PETG liegen am unteren Ende, technische und faserverstärkte Typen deutlich darüber, Harze für den SLA-Druck ebenfalls. Die Schichthöhe wirkt dagegen über die Zeit: Feinere Schichten bedeuten mehr Schichten und längere Druckzeit, dafür eine glattere Oberfläche. Für reine Funktionsteile ist die Standardauflösung meist die wirtschaftlichere Wahl.
Stützen und Nacharbeit
Der vermeidbarste Kostenpunkt sind Stützen. Überhänge, die flacher als etwa 45 Grad sind, brauchen ein Gerüst, das mitgedruckt und danach von Hand entfernt wird.
Stützmaterial wird gedruckt, entfernt und weggeworfen. Bezahlt wird es trotzdem.
Oft lässt sich das vermeiden: mit einer Fase statt einer waagerechten Kante, mit einer anderen Lage im Drucker oder indem man das Teil in zwei Stücke teilt. Ähnlich ist es mit der Nachbearbeitung. Schleifen, Grundieren, Lackieren oder das Setzen von Gewindeeinsätzen sind Handarbeit, für einfache Funktionsteile aber meist gar nicht nötig.
Was das in Euro bedeutet
Wie stark Größe, Material und Stückzahl wirken, zeigen echte Rechnungen. Die Teile unten stammen aus unseren Testläufen: Der Slicer hat Druckzeit und Materialmenge ermittelt, unser Preisrechner daraus den Festpreis.
| Bauteil | Material und Menge | Preis inkl. MwSt. |
|---|---|---|
| Flaches Kleinteil, 46 × 46 × 5 mm | PLA Basic, 1 Stück | 7,94 € |
| Flaches Kleinteil, 46 × 46 × 5 mm | PLA Basic, 10 Stück | 16,01 €, 1,60 € je Stück |
| Mittleres Teil, 55 × 61 × 96 mm | PLA Basic, 1 Stück | 10,20 € |
| Mittleres Teil, 55 × 61 × 96 mm | PLA Basic, 10 Stück | 32,49 €, 3,25 € je Stück |
| Mittleres Teil, 55 × 61 × 96 mm | PETG Basic, 10 Stück | 34,55 €, 3,45 € je Stück |
| Flache Platte, 122 × 122 × 31 mm | PLA Basic, 10 Stück | 64,91 €, 6,49 € je Stück |
| Flache Platte, 122 × 122 × 31 mm | ASA, 10 Stück | 72,94 €, 7,29 € je Stück |
| Langes Teil, 241 × 123 × 65 mm | PETG Basic, 1 Stück | 29,24 € |
| Langes Teil, 241 × 123 × 65 mm | PA12-CF, 1 Stück | 116,10 € |
| Großes Teil, 120 × 200 × 105 mm | PLA Basic, 1 Stück | 49,44 € |
| Großes Teil, 120 × 200 × 105 mm | ASA, 1 Stück | 59,94 € |
Gerechnet mit unserem Preisrechner, Qualität Standard und Füllung Stabil, Stand 15.10.2026. Alle Preise enthalten 19 % MwSt. und je Auftrag eine Auftragspauschale von 6,55 € für Prüfung, Abwicklung und Verpackung, einen Mindestbestellwert gibt es nicht. Dazu kommt der Versand mit DHL Paket: innerhalb Deutschlands 4,90 €, ab 50,00 € Warenwert kostenlos, in die EU ab 14,90 €. Abholen in Neuhausen auf den Fildern kostet nichts. Zahlarten bei Bestellung zum Festpreis: Kredit- oder Debitkarte, Apple Pay, Google Pay, Klarna, Überweisung oder für Firmen Kauf auf Rechnung.
Zwei Dinge fallen auf. Bei kleinen Teilen macht die Auftragspauschale für Prüfung, Abwicklung und Verpackung den größten Teil des Preises aus, jedes weitere Stück im selben Auftrag kostet deshalb nur einen Bruchteil des ersten. Und der Werkstoff zählt: Dasselbe lange Teil kostet aus faserverstärktem PA12-CF ein Vielfaches des Preises in PETG.
Wann sich 3D-Druck rechnet
Beim Spritzguss wird zuerst ein Werkzeug gebaut. Das kostet viel Geld, danach ist jedes einzelne Teil sehr günstig. Im 3D-Druck gibt es dieses Werkzeug nicht, dafür kostet jedes Teil ungefähr gleich viel.
Deshalb rechnet sich der Druck bei Einzelstücken und Kleinserien, bei komplexen Formen, die im Druck keinen Aufschlag kosten, bei schnellen Iterationen und bei Ersatzteilen, die nicht mehr lieferbar sind. Bei großen Serien sind Spritzguss oder Fräsen ab einer gewissen Stückzahl günstiger. Wo genau die Grenze liegt, rechnen wir im Zweifel gemeinsam durch.
Was Sie selbst tun können
Die meisten Stellschrauben liegen in Ihrer Hand, entweder in der Konstruktion oder in den Vorgaben zur Anfrage:
| Stellschraube | Was Sie tun können |
|---|---|
| Überhänge | Unter 45 Grad halten, dann entfallen Stützen. |
| Wandstärken | Auf das Nötige reduzieren, Aussparungen dort, wo keine Last anliegt. |
| Große Teile | Aufteilen und fügen, statt sie am Stück zu drucken. |
| Werkstoff | Den einfachsten wählen, der die Anforderung erfüllt. |
| Füllgrad | An die tatsächliche Belastung anpassen, nicht ans Gefühl. |
| Oberfläche | Standardauflösung, wo sie keine Rolle spielt. Nur nacharbeiten, was man sieht oder anfasst. |
Fazit
Der Preis eines 3D-Drucks entsteht aus Volumen, Material, Schichthöhe, Füllgrad, Stützen und Nacharbeit. Wer beim Konstruieren auf Überhänge und Wandstärken achtet und nur verlangt, was das Teil wirklich braucht, spart oft mehr als jeder Rabatt.
Für eine konkrete Zahl schicken Sie uns die Datei als STL, STEP, 3MF oder OBJ, zusammen mit Stückzahl, Anforderung und Wunschtermin. Wir prüfen die Druckbarkeit, schlagen ein Material vor und nennen Preis und Lieferzeit.